ImDialog Mai 3, 2016 Keine Kommentare

Blog_bindungSichere Bindung –
Grundlage für ein glückliches Leben, Grundstein für Lernen

Durch empirische Untersuchungen wissen wir heute sehr viel über die Bedeutung der frühen Kindheit, über die Prägung durch frühe Bindungserfahrungen.

Bindung ist ein emotionales Band, die besondere Beziehung eines Kindes zu den Personen die es ständig betreuen. Diese emotionale Beziehung verbindet zwei Menschen über Raum und Zeit hinweg auf ganz eigene Weise.

Das Bedürfnis sich zu an eine Person zu binden, sich zugehörig zu fühlen ist für den Menschen von Geburt an ein Grundbedürfnis. K.H. Brisch schreibt hierzu: „Ein Säugling kommt mit der genetisch angeborenen Bereitschaft sich eine sichere Bindungsperson zu suchen auf die Welt.“ (Brisch, K.H. 2010, SAFE sichere Ausbildung für Eltern 7. Auflage , Stuttgart, Klett – Cotta).

Grundbedürfnisse von Kindern:

Wir unterscheiden:

  • Physische Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Schlaf, ein Dach überm Kopf, Luft zum Atmen…
  • Psychische Grundbedürfnisse wie Nähe, Geborgenheit, Schutz, Anerkennung……

Eine angemessene Befriedigung der Grundbedürfnisse ist die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung! Wichtig ist dabei, dass die Befriedigung der physischen, also körperlichen Grundbedürfnisse für eine gesunde Entwicklung nicht ausreichend ist!!

Blog_BabyfingerBindungsbedürfniss:

Das Bindungsbedürfnis des Kindes drückt sich durch verschiedene Verhaltensweisen wie z.B. Lächeln, Schreien, Festklammern …. aus. Dies löst beim Erwachsenen in der Regel ein Fürsorgeverhalten aus und gewährleistet so dem Baby Schutz und Sicherheit, sichert damit das Überleben des Kindes. (Beispiel: Ein Baby schreit, die Bindungsperson „versteht“ dass es hungrig ist, spricht beruhigend mit ihm bis es mit dem Füttern losgehen kann). Erlebt das Kind, dass auf sein Verhalten entsprechend reagiert wird, es Schutz und Unterstützung erfährt, kann es sich beruhigen und ist in der Lage die Welt zu erkunden, sich zu entwickeln und zu lernen.

Bindungspersonen:

Die Hauptbindungsperson ist bei vielen Kindern die Mutter oder der Vater, muss aber nicht zwingend ein Elternteil sein. Das Kind baut in seinem ersten Lebensjahr eine emotionale Bindung an die Person auf, die es schützt, im Sicherheit gibt und auch Versorgung bietet. Seine Hauptbindungsperson wird die Person werden, die ihm den größtmöglichen Schutz bietet, bei der er die größte Sicherheit erlebt.

Neben der Hauptbindungsperson, die an erster Stelle steht, wird das Kind weitere Bindungsbeziehungen entwickeln. Diese können das Kind bei kleineren stressvollen und/oder angstmachenden Situationen trösten und beruhigen. Sie können für das Kind in Abwesenheit der Hauptbindungsperson ein Ersatz sein. Durch Körperkontakt und zugewandter Präsenz wird sich das Kind in stressreichen, angstmachenden Situationen von ihnen beruhigen lassen, wenn es auch sicherlich länger als bei der Hauptbindungsperson benötigt sich zu beruhigen, dementsprechend länger weinen wird.

Bindung und Erkundung der Welt:

Die Erkundung der Umwelt , die Exploration = Lernen!

Eine sichere Bindung zur Bezugsperson ist die Grundlage dafür, dass das Kind seinem Erkundungsdrang nachgehen, seiner Neugier nachkommen und sich auf Neues einlassen kann. Sicher gebunden traut es sich, sich auf den Weg zu machen, Erfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren. Es hat die Gewissheit, dass die Bezugsperson sein Handeln akzeptiert und insofern begleitet, dass es am Verhalten des Erwachsenen erkennen kann, ob es sich in Gefahr begibt (durch Mimik und Tonfall).und sicher ist, dass es Trost und Schutz bei Misserfolgen bekommt. So kann es seinem Drang alleine zu machen, „selbständig“ tun zu können nachgehen.

Bindung und Selbstwirksamkeit:

Jedes Kind hat den Wunsch danach selbst etwas bewirken zu können, etwas zu schaffen. Diese Erfahrung ist der Grundstein für ein gutes Selbstwertgefühl. Erlebt das Kind, dass seine Bindungspersonen ihm eigenes Tun zutraut, ihm dabei stolz zusiehtmund wertschätzend begleitet, wird dies eine für seine Zukunft prägende Erfahrung. Mit dem Erleben der Selbstwirksamkeit wird die Basis dafür geschaffen wie später Schwierigkeiten und Barrieren im täglichen Leben bewältigt werden. Das Wissen, die Erfahrung über die eigene Fähigkeit bestimmt, wie sich das Kind in seinem späteren Leben, in einer konkreten Situation fühlen, wie es denken und handeln wird. Das Erleben der Selbstwirksamkeit beeinflusst die Überzeugung des Kindes, dass es fähig ist, etwas zu lernen, in der Lage ist Aufgaben bewältigen zu können.

Für diesen Prozess ist es Voraussetzung, dass das Kind, ist sein Bindungsbedürfnis aktiviert, benötigt es also Sicherheit und Schutz, Nähe und Geborgenheit dies auch erfährt, in und mit seinem Bedürfnis angenommen und „beantwortet“ wird. Hat es bei seiner Bindungsperson „aufgetankt“ , ist Bildungsbedürfnis gestillt und beruhigt sich. Es kann so wieder auf Erkundung gehen, Neues entdecken und lernen und die Erfahrung machen, dass es selbst etwas bewirken kann.

Blog_kindmeditationBindung und Stressregulation:

Kommt ein Kind auf die Welt ist es erst einmal völlig ausgeliefert. Es kann sich nicht aus eigener Kraft, durch eigenes Tun aus für ihn bedrohlichen Situationen retten. Hat es Hunger, ist es müde, hat es Durst, hat es Angst, bedarf es der Hilfe, der Unterstützung – ist darauf angewiesen, dass es zu essen und zu trinken bekommt, in den Schlaf begleitet, beschützt und getröstet wird. Erfährt das Kind dies nicht, gerät es unter hohen Stress, in Panik, hat Todesangst. Das Kind fühlt Lebensbedrohung.

Es ist von enormer Wichtigkeit, dass die Bindungsperson umgehend und feinfühlig reagiert, dem Kind durch Blickkontakt, liebevollen Körperkontakt, beruhigenden Worten beisteht, ihm so hilft den entstandenen Stress zu regulieren und abzubauen (Fremdregulation). So lernt das Kind, dass Stress reguliert und bewältigt werden kann. Zeitgleich lernt es auch wie genau das geht. Im Laufe seiner Entwicklung wird das Kind immer mehr die Fähigkeit entwickeln Stress selbst regulieren zu können, es wird lernen mit Stress gut umzugehen (Selbstregulation). Doch erst einmal ist es darauf angewiesen, dass seine Bezugsperson dies für ihn tut.

Der Anfang – die Grundlage

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage für die Erkundung der Welt und die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt!

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage sich sicher in in die außerfamiliäre Welt, wie Krippe, Kindergarten, Schule, Freundeskreis zu bewegen!

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage für ein erfolgreiches Lernen!

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage Beziehungen gut leben, soziale Kontakte pflegen zu können!

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage Probleme, Schwierigkeiten, Schicksalsschläge im Leben bewältigen zu können!

Eine sichere Bindung ist

  • der beste Schutz vor psychischen Erkrankungen!

 

Eine sichere Bindung ist

  • die beste Grundlage für die Erkundung der Welt und die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt!
  • die beste Grundlage sich sicher in in die außerfamiliäre Welt, wie Krippe, Kindergarten, Schule, Freundeskreis zu bewegen!
  • die beste Grundlage für ein erfolgreiches Lernen!
  • die beste Grundlage Beziehungen gut leben, soziale Kontakte pflegen zu können!
  • die beste Grundlage Probleme, Schwierigkeiten, Schicksalsschläge im Leben bewältigen zu können!
  • der beste Schutz vor psychischen Erkrankungen!

 

 

 

 

 

 

 

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